Unerwünschtes Erbe?

Startdatum: 10 August 2020

Enddatum: 13 März 2030

Untertitel der Veranstaltung: Gustav Seitz und Bertolt Brecht über Ernst Barlach

Veranstaltungsdatum, Ort und Kategorie: 10. Februar bis zum 29. April 2018

Ausstellung Archiv

Zum 120. Geburtstag von Bertolt Brecht

soll an einen historischen Moment erinnert werden, in dem Brecht „als Retter in bedrängter Lage“ (E.Jansen) auftrat. Mit seinen „Notizen zur Barlach-Ausstellung“, Anfang des Jahres 1952, hatte sich Brecht gegen parteipolitisch motivierte Interpretationen der Werke Ernst Barlachs Gehör verschafft, die vom 14. Dezember 1951 bis zum 20. Februar 1952 in der Deutschen Akademie der Künste gezeigt worden waren.
Nach anderen, vorhergehenden, Eingriffen, u. a.in das Konzept seiner eigenen mit Paul Dessau gerade fertiggestellten „Lukullus“-Oper, war nun ein heikler Punkt der DDR-Kulturpolitik erreicht. Denn der Bildhauer wurde mit den sowjetisch inspirierten Vorwürfen des Mystizismus und des Formalismus geschmäht und damit als Vorbild für die Künstler der DDR diffamiert. Sein Schaffen sollte dem sogenannten kulturellen Erbe entzogen werden. Alle antifaschistisch gestimmten Bürger der DDR waren darüber zutiefst erschrocken und beschämt, da Barlachs Kunst schon von der nationalsozialistischen Vernichtungswut betroffen war.
Gustav Seitz, der durch die Angriffe auf die von ihm betreute Akademie-Ausstellung zur Rehabilitierung von Ernst Barlach seinen ganzen Berufsstand betroffen fühlte, notierte in einer Rückschau zusammenfassend: „Man wollte, hervorgerufen durch unqualifizierte Diskussionen uns partout russisches Empfinden aufzwängen. Der Versuch ist gescheitert, weil wir anders empfinden und fühlen und weil wir nicht die Kunst des 20sten Jahrhunderts, die mit Barlach, Lehmbruck, Georg Kolbe und Käthe Kollwitz in der Bildhauerei in Deutschland eingeleitet wurde, vergessen können. Sie gehören in unsere unmittelbare Nähe, hier ist die Tradition greifbar und hier geht auch der Weg folgerichtig weiter.“
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Von |2021-10-31T13:15:17+01:0031 Oktober 2021|Kommentare deaktiviert für Unerwünschtes Erbe?

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