Sonderausstellung zum 120. Geburtstag
27. September 2026 – August 2027
Vernissage
27. September 2026, 15 Uhr
Großer Veranstaltungssaal (Feldsteinscheune) am Campus Schloss Trebnitz
Programm
Begrüßung: Darius Müller Vorsitzender der Gustav Seitz Stiftung
Einführungsvortrag zur Ausstellung: „Aus Liebe zum Leib“ – Der Bildhauer Gustav Seitz
Wolfgang van Gulijk, stellv. Vorsitzender der Gustav Seitz Stiftung
Musikalische Begleitung: Alexander Beierbach, Saxophon, Nicolas Schulze, Klavier
Die Berliner Jazz-Profimusiker spielen Musik aus der Schaffenszeit von Gustav Seitz (1920er bis 1960er Jahre).
Über die Ausstellung
Am 11. September 1906, wurde Gustav Seitz in Neckarau bei Mannheim geboren. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum eine Sonderausstellung, die Leben und Werk des bedeutenden Bildhauers in den Mittelpunkt stellt. Mehr als 80 Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen aus 45 Schaffensjahren geben einen umfassenden Einblick in sein künstlerisches Werk. Alle ausgestellten Arbeiten stammen aus dem umfangreichen Nachlass, der sich heute im Besitz der Gustav Seitz Stiftung befindet.

Ein Künstler im Spiegel seiner Zeit
Der Lebensweg von Gustav Seitz war eng mit den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verbunden. Der Erste Weltkrieg prägte seine Jugend, der Zweite Weltkrieg unterbrach seine erste erfolgreiche Schaffensphase. 1943 wurden sein Berliner Atelier und seine Wohnung bei einem Bombenangriff zerstört, wodurch ein großer Teil seines frühen Werks verloren ging.
Nach dem Krieg erhielt Seitz Professuren an zwei West-Berliner Hochschulen. Beide Lehrstühle verlor er jedoch, nachdem er 1950 Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin geworden war. Dort leitete er bis 1958 eine Meisterklasse, bevor er einem Ruf an die Hochschule für bildende Künste in Hamburg folgte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1969 lehrte und arbeitete er dort.
Die Ausstellung folgt einer chronologischen Ordnung – von den frühen Arbeiten der 1920er Jahre bis zu den späten Werken der 1960er Jahre. Neben Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen vermitteln ausgewählte biografische Stationen Einblicke in Herkunft, Ausbildung, Künstlerfreundschaften und die Arbeit mit seinen Meisterschülerinnen und Meisterschülern. Erläuterungen zu ausgewählten Werken stellen deren kunsthistorischen und zeitgeschichtlichen Kontext vor.
»Der lückenlose Überblick über das bildhauerische Werk aus 45 Arbeitsjahren von Gustav Seitz bestätigt unsere Vorstellung von seiner bleibenden Gültigkeit. Mit wachsendem zeitlichen Abstand sehen wir deutlicher, wie stark er das Bild der deutschen Plastik seiner Generation und seiner Zeit mitgeprägt hat.«
Alfred Hentzen, Direktor der Hamburger Kunsthalle, im Vorwort
zum Verzeichnis »Das plastische Werk«, 1980
(Titelfoto: Gustav Seitz vor dem Gipsmodell seiner Plastik „Der geschlagene Catcher“, 1967, Foto: Michael Fackelmann / Foto im Text: Gustav Seitz in seinem Atelier an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin-Charlottenburg 1947/45, Ewald Gnilka)